Die Historie der Kabelwerk Eupen AG

Der Tradition verbunden mit Mut zu innovativen Entscheidungen

Kabelwerk Eupen AG blickt auf über ein Jahrhundert Geschichte zurück. Eine lange Zeit, in der die Gründer – und bis zum heutigen Tage auch Besitzer-Familie Bourseaux immer wieder ein gutes Gespür für zukunftsweisende Technologien gezeigt hat. Der Erfolg des bis heute als Familienunternehmen geführten Werkes gründet vor allem auch auf klassischen und traditionellen Werten mit dem Mut zu innovativen Entscheidungen. 

Produktion von Kabeln seit mehr als 110 Jahren

Die Geschichte der familiengeführten Kabelwerk Eupen AG beginnt im Jahr 1747 mit der Gründung der Hanfseilfabrik „J. P. Bourseaux & Söhne“. Damals stellte die Familie Bourseaux in einer kleinen Werkstatt Juteseile und Trossen her. Rund 150 Jahre später verbanden die Brüder Carl und August Bourseaux ihre Erfahrung mit einem Gespür für die Zeichen der Zeit und begannen mit der Produktion von elektrischen Leitungen. Eine zukunftsträchtige Entscheidung, denn im Zuge der einsetzenden Elektrifizierung wurden Kabel und Leitungen bald darauf zum Transport von Elektrizität flächendeckend eingesetzt.

Das Kabel-Geschäft entwickelte sich gut, die Unternehmensleitung erwarb weitere Gebäude und setzte neue Produktionsprozesse und -techniken ein. Im Jahr 1908 kam es zum Aufbau der ersten Drahtziehmaschine und zur Gründung der Kabel und Gummiwerke Eupen AG, aus der später die Aktiengesellschaft „Kabelwerk Eupen AG“ hervor ging. Die Nachfrage nach Kabelprodukten aus Eupen stieg stetig an. Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden Elastomer und später Neopren-Mischungen eingeführt. Ende der 20er Jahre hatte sich der Betrieb zu einem großen Unternehmen in der Kabelherstellung und damit zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Region, entwickelt. Für die Produktion von Gummischuhsohlen und Fahrradreifen gab es separate Geschäftsfelder, die bis in die 70er Jahre betrieben wurden. Anfang der 30er Jahre begann man mit der Herstellung von papierisolierten und bleiummantelten Mittelspannungskabeln. 20 Jahre später fanden neue Mischungen ihren Einzug in die Kabelfertigung: PVC (Polyvinylchlorid) und PE (Polyethylen) wurden fortan als Isolations- und Mantelmischungen verwendet.

Rohre und Schaumstoffe: neue Geschäftsfelder und neue Technologien

Die Unternehmensleitung erkannte die zukunftsfähige Bedeutung der neu aufkommenden Kunststoffe und richtete Anfang der 50er zwei neue Produktionsbereiche ein: für die Extrusion von Kunststoffrohren und für die Produktion von synthetischem Schaumstoff. Hier zeigte sich das Gespür für zukunftsweisende Entscheidungen. Eine Produktionsstätte für synthetischen Schaumstoff hatte es vorher in Europa nicht gegeben. Die beiden neuen Bereiche bildeten die Grundlage für Synergien. Für die zum Geschäftsfeld Eupen Cable neu hinzugekommenen Geschäftsfelder Eupen Pipe und Eupen Foam gibt es bis heute eigene Produktionsstandorte in Eupen.

Mit dem Ausbau der Telekommunikation in den 60er Jahren, besonders der Kabelfernsehnetze, öffnete sich ein weiterer Markt für Eupen Cable. In mehreren belgischen Pilotprojekten wurden erste Kabelsysteme zur Fernsehübertragung installiert. Die verwendeten Kabel waren Koaxialkabel aus Eupen.  Die Entwicklung eines Schutzrohrsystems für Lichtwellenleiterkabel gegen Ende der 80er Jahre zeigt erneut die Nutzung der Synergien zwischen Kunststoffrohr- und Kabeltechnik.

Qualität und Sicherheit für Menschen und Umwelt

Die folgenden Jahre brachten weitere technische Entwicklungen. In allen Bereichen nahm das Bewusstsein für Sicherheit zu. Einhergehend mit den umfangreichen Investitionen der Energieunternehmen in die Kernkraftwerkstechnologie begann Eupen Cable mit der Entwicklung von Sicherheitskabeln für Kernkraftwerke.
Die seit Beginn der 80er Jahre eingesetzten Sicherheitskabel entsprachen vollständig der IEEE-Qualitätskontrolle. Lange vor der Einführung der ISO-Qualitätsstandards setzte sich Kabelwerk Eupen AG für die Förderung des Qualitätsbegriffs ein. Auch der Umweltschutz rückte in den Fokus, der 1981 zur Einführung einer FCKW-freien Schaumfertigung führte. Kabelwerk Eupen AG baute eine Anlage zur Klärung des Kühlwassers, das in der Kabelproduktion eingesetzt wird.

Kabel, Rohre, Schaumstoff – ein solider struktureller Rahmen für die Zukunft

Intensive Forschung und Entwicklung prägten die 90er Jahre. Im Streben nach verbesserter Qualität optimierte das Unternehmen fortlaufend die vielfältigen Fertigungsprozesse und führte 1993 den Qualitätsstandard nach der Norm ISO 9001 ein.

Die Technologie und das Know-how in den Bereichen Kabel, Rohre und Schaumstoff ergänzten sich und bildeten beim Übergang ins neue Jahrtausend einen soliden strukturellen Rahmen.

Mit dem Aufkommen des Mobilfunks in den 90er Jahren stieg die Nachfrage nach 50 Ohm Koaxialkabeln rasant an und führte zu einer bedeutenden Investition in neue Fertigungs-, Prüf- und Logistikeinrichtungen im Jahre 2000. Zudem wurde das Produktsortiment mit Steckverbindern und anderem Zubehör erweitert. Mit dem Wunsch, überall und immer erreichbar zu sein und Mobil kommunizieren zu können, stieg auch der Bedarf für eine zuverlässige Funkkommunikation in geschlossenen Räumen. Eupen Cable erkannte die Zeichen der Zeit und entwickelte neue sogenannte strahlende Koaxialkabel bzw. Antennenkabel mit entsprechendem Zubehör.

Die Jahre 2000 bis 2008 waren dem Ausbau der geografischen Präsenz und dem Export gewidmet. Zudem wurden die Fertigungsprozesse optimiert und die Automatisierung in der Fertigung vorangetrieben.

Die Besitzer-Familie Bourseaux entschied sich auch in Krisenzeiten am Standort Eupen festzuhalten und investierte in den Folgejahren massiv in die vor Ort bestehende Fertigung. Die Schwerpunkte der Investitionen lagen in der Kapazitätserweiterung, der Erneuerung von Produktionsanlagen, der Automatisierung sowie in den Bereichen Ergonomie im Produktionsablauf, Umwelt und CO2 Senkung, Gebäudeinfrastruktur, Sicherung des Werksgeländes, Logistik und Lagererweiterung.


Historie Rohrwerk

Das Rohrwerk mit fortlaufenden technischen Entwicklungen

Das Anfang der 50er Jahre gegründete Rohrwerk, das unter dem Geschäftsfeld „Eupen Pipe“ firmiert, ist eine der wichtigsten und größten Extrusionsanlagen für die Herstellung von PVC- und PE-Rohren in Belgien. Seit Anfang der 70er-Jahre ist Eupen Pipe im Eupener Ortsteil Hütte ansässig.

Eupen Pipe begann Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts mit der Entwicklung von Kunststoff-Kabelkanälen. Es folgte die Herstellung von Abwasserrohren, als Grundlage für den Einstieg in den Sanitärbereich. Aus dem Angebot wurde schnell eine breite Produktpalette: PVC- und Polyethylenrohre für Kaltwasser-, Warmwasser- und Industrieanlagen, unterirdische Wasserleitungen, Entwässerungssysteme, Regenwasserrohre und Abwasserinstallationen mit PVC. Später folgte die Herstellung von Druckrohrsystemen für die Gasversorgung.

Im Jahr 2010 begann die Rohrsparte mit der Produktion von PE100-RC-Rohren für den Einsatz in der Versorgung, der Geothermie, der Entsorgung und in diverse Industrieanwendungen. Diese Rohre sind besonders für alternative Verlegeformen wie horizontales Spühlbohrverfahren, Pflügen und Fräsen oder offene Verlegung ohne Sandbett und Relining geeignet.

In den letzten Jahren lagen die Schwerpunkte der Investitionen in der Erneuerung der Produktionsanlagen mit dem neuen Quick-Switch Verfahren, der Prozessoptimierung, der Kapazitätserweiterung, der Automatisierung sowie in den Bereichen Ergonomie im Produktionsablauf, Umwelt und CO2 Senkung, Gebäudeinfrastruktur und der Einrichtung einer Regranulierungsanlage für die Wiederverwertung der Produktionsabfälle.


Historie Schaumstoffwerk

Schaumstoff Seit über 65 Jahren

Seit über 65 Jahren produziert das Schaumstoffwerk, das unter dem Geschäftsfeld „Eupen Foam“ firmiert, in Eupen Schaumstoffe für die Matratzen-, Möbel-, Verpackungs- und Automobilindustrie sowie für den medizinischen Bereich. In der alten Eupener Weißspinnerei wurde Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine erste Produktionsstätte eingerichtet. Aus Brandschutzgründen musste jedoch bald ein neues Gelände gefunden werden. Ein dazu notwendiger Neubau wurde 1971 an einem sicheren Standort am Rande der Stadt gebaut. Mit einer 18.000 m² großen Produktionshalle war es zu der Zeit eines der modernsten und größten seiner Art in Europa.

1989 war Eupen Foam der weltweit erste Blockschaumproduzent, der Fluorchlorkohlenwasserstoffe, auch bekannt als FCKW, und andere umweltschädigende chemische Stoffe in den Herstellungsprozessen durch umweltfreundlichere Stoffe ersetzt hat.

In den letzten Jahren lagen die Schwerpunkte der Investitionen in der Erneuerung und Robotisierung der Klebestraße, der Prozessoptimierung, der Kapazitätserweiterung, der Automatisierung, der Ergonomie im Produktionsablauf und der Erweiterung der Lagerkapazität. Die Gesamtfläche von Eupen Foam beträgt heute 77.000 m² mit ca. 26.000 m² bebauter Fläche.


110 Jahre Tradition aus Eupen

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